Wölfe
Sonntag, 11. August 2013, 20:31
Ich schreibe für mein Leben gerne Geschichten, eigene als auch Fanfiktions. Deswegen dachte ich, warum nicht einfach mal das erste Kapitel meiner neuen FF hier als Beitrag rein stellen. Also kann ich nicht viel mehr sagen, als euch viel Spaß beim Lesen zu wünschen. ;)
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Der kühle Wind peitsche gegen mein Gesicht und ein unbeschwertes Lachen verließ meinen Mund, während ich mich noch etwas fester in Naels Fell krallte.
Natürlich hätte ich auch einfach neben meinen Geschwistern herlaufen können, aber ich bevorzugte es lieber, auf dem Rücken des großen dunkelbraunen Wolfs zu sitzen.
Auch Mila stimmte in mein Lachen ein.
Zwar klang es eher wie ein Heulen, aber ich wusste es besser.
Sie war ein kleinerer Wolf als Nael, dafür aber um einiges schneller und geschickter.
Der Wolf unter mir beschleunigte sein Tempo etwas.
So wie auch wir beiden Mädchen wollte er so schnell wie möglich zu unserem neuen Zuhause.
Habt ihr das gehört?
Klang wie ein Wolf und das Lachen eines Mädchens.
Gedanken, die weder Mila noch Nael gehörten, ertönten in meinem Kopf.
Nur eine Millisekunde später konnte ich hören, wie sich uns jemand näherte.
Wölfe; aber das würde die fremden Gedanken nicht erklären.
Also mussten es sich um Gestaltenwandler handeln.
„Halt an, Nael!“, rief ich.
Sofort blieb er stehen und mich hätte es fast vorne über geschlagen.
Auch Mila blieb stehen und sah mich verwirrt an.
?Was ist los, Thalia, fragte sie mich in Gedanken.
Aus ihren Gedanken konnte ich zwar entnehmen, dass sie bemerkt hatte, dass wir hier nicht alleine waren, aber sie wusste nicht, ob sie uns gefährlich werden konnten.
Ich auch nicht, aber das würden wir gleich herausfinden.
Nael unter mir wurde unruhig und stellte mir dieselbe Frage wie Mila.
„Das werden wir gleich sehen“, sagte ich nur und sah gerade aus nach vorne.
Im gleichen Moment kam ein riesiger schwarzer Wolf hinter zwei Bäumen hervor.
Er war sogar größer als Nael und dieser kam mir schon unheimlich groß vor. Links und rechts von uns kamen noch einmal zwei Wölfe zum Vorschein und hinter uns noch zwei weitere.
Wir waren eingekreist.
Ganz und gar nicht gut.
Nael knurrte den schwarzen Wolf an, aber das bekam ich nur am Rande mit.
Wie ein Donner rollten alle Gedanken der fünf Wölfe auf mich ein.
Ich drückte die Handflächen gegen meine Ohren (was völlig sinnlos war) und schrie auf.
Für eine Sekunde war es vollkommen still in meinem Kopf.
Thalia …, kam es zeitgleich besorgt von Nael und Mila.
Der schwarze Wolf legte kaum merklich den großen Kopf schief und fixierte mich genau mit seinen dunklen, fast schwarzen Augen.
Vorsichtig nahm ich die Hände wieder von meinen Ohren, sprang in einer eleganten Bewegung vom Rücken meines Bruders, landete ebenso elegant und stellte mich vor ihn, sodass ich dem schwarzen Wolf gegenüber stand.
Ich war froh, dass zwischen ihm und mir geschätzte fünf Meter lagen.
Flüchtig warf ich einen Blick auf die anderen Wölfe und musste feststellen, dass ich hier wohl dem Alpha dieses Rudels gegenüber stand.
Er strahlte einfach dieses Gefühl von Macht und Autorität aus.
„Ich wäre euch dankbar, wenn einer oder zwei von euch sich zurückverwandeln könnten.“, sagte ich, bemüht ruhig zu klingen.
Das letzte Mal, dass ich so viele Gedanken gleichzeitig in meinem Kopf hatte, war vor knapp 20 Jahren gewesen.
Ein, zwei oder sogar drei Stimmen in meinem Kopf gingen ja noch, aber fünf und mit meinen Geschwistern sieben war zu viel des Guten.
Der Anführer nickte und drehte mir den Rücken zu und verschwand hinter einem Gebüsch.
Jacob, du verwandelst dich auch zurück, befahl der Anführer in Gedanken.
Ein rostbrauner Wolf verschwand ebenfalls hinter einem Gebüsch.
Können wir ihnen vertrauen?
„Sie werden uns nichts tun, Nael“, beantworte ich die stumme Frage meines Bruders und tätschelte seinen Kopf mit meiner kleinen Hand.
Meine Aufmerksamkeit galt wieder den Fremden, als zwei gutgebaute junge Männer dort hervorkamen, wo vor kurzem noch die zwei Wölfe verschwunden waren.
Gott sei dank, sie trugen wenigstens Shorts.
„Wir wollten dich nicht erschrecken“, sagte der Ältere von den beiden mit tiefer Stimme als würde er mit einem Kind sprechen.
Innerlich schüttelte ich den Kopf; als könnten mich ein paar große Wölfe erschrecken.
Da benötigte es schon etwas mehr!
Die Art wie er mit mir sprach, gefiel mir aber nicht sonderlich, aber darüber würde ich mich später aufregen können.
„Das habt ihr nicht. Ist das euer Gebiet hier?“, wollte ich wissen. Beide Männer sahen mich verwundert an.
Natürlich; immerhin kam es nicht oft vor, dass eine scheinbar 12-Jährige so etwas von sich gab, vor allem in einem solch ernstem Ton.
„Ja, bis zum Fluss ist das unser Gebiet. Wer seid ihr? Wir hätten nicht gedacht, dass es außer uns noch andere Gestaltenwandler gibt“, antworte er.
„Es gibt noch viele andere“, meinte ich.
„Müssen wir das unbedingt hier klären? Meine Geschwister und ich sind nur auf dem Weg zu unserem neuen Zuhause. Und wir hatten eigentlich nicht vor, uns gleich Schwierigkeiten einzuhandeln.“
„Wer spricht denn hier von Schwierigkeiten?“, kam es von dem anderem.
Jacob, wenn ich mich richtig erinnerte.
„Jacob hat Recht, wir haben nicht vor, euch etwas zu tun. Ihr könnt weiterziehen; wir werden euch nicht aufhalten.“
Ich sah in Jacobs Augen die Neugier.
Bestimmt hätte er tatsächlich gerne mehr über uns erfahren.
Das würde er vielleicht noch, später irgendwann.
Auch der Alpha schien neugierig zu sein.
„Danke, es war nett eure Bekanntschaft zu machen", sagte ich schlicht.
Na endlich, die Kleine verschwindet endlich!
Ruckartig, sodass keine Antwort von den beiden möglich war, drehte ich mich in die Richtung, aus der der Gedanke gekommen war und blickte einem dunkelgrauen, silberschimmernden Wolf ins Gesicht.
Das hatte er jetzt doch nicht tatsächlich gedacht!?
Was hat die denn auf einmal?, war sein nächster Gedanke.
Blanker Spott lag in seiner Stimme.
„Halt dich mit deinen Gedanken zurück, du Hund! Du kannst von Glück sprechen, dass ich auf keinen Ärger aus bin, sonst würdest du binnen Sekunden weinend zu deiner Mama rennen.“
Der Wolf vor mir bleckte bedrohlich die Zähne (Hallo? Ein Kind stand gerade vor ihm. So was machte man nun dann wirklich nicht) und knurrte mich an.
„Paul!“ Das war Jacob.
Aber er reagierte nicht, sondern schien nur noch wütender zu werden.
„Na, komm schon, Kleiner!“, forderte ich ihn mit einem Grinsen auf.
Nein, Paul, lass das.
Verdammt noch mal, das ist ein kleines Mädchen!, hörte ich die anderen denken.
Sie hat zu mir Kleiner gesagt!, war seine einzige, nicht gerade intelligente Antwort.
Dann sprang er auch mich zu.
Zwei Wölfe stellten sich ihm in den Weg, aber ich schmiss sie mit einer einfachen Bewegung an den nächst besten Baum.
Hoffentlich hatten sie sich nicht allzusehr weh getan.
Diesem Paul würde ich jedoch weh tun.
Er wagte einen weiteren Versuch.
Und während er im Sprung in der Luft war, huschte ich unter ihm hindurch, packte ihn an der Hinterpfote und schleuderte ihn ebenfalls an einen der Bäume, sodass dieser aus den Wurzeln gerissen wurde.
Ich hörte etwas knacken und roch dann Blut.
Das Blut von Gestaltenwandler lockte mich zum Glück nicht ein bisschen, worüber ich manchmal mehr als froh war.
Paul lag mit schlaffem Körper auf dem Boden und versuchte sich erfolglos aufzurappeln.
Die anderen zwei Wölfe standen bereits wieder auf allen vier Pfoten.
„Es tut mit leid.“
Ich drehte mich schuldbewusst zu den zwei Männern, die mich mit großen Augen ansahen.
„Warum warst du nicht verwandelt, obwohl du auch ein Gestaltenwandler bist?“, fragte Jacob.
Weil ich keiner bin.
Aber natürlich sagte ich das nicht.
„Ich hatte keine Lust“, sagte ich schulterzuckend.
„Menschsein ist besser.“
„Verdammt, du bist doch bescheuert, kleines Mistviech“, hörte ich eine Stimme hinter mir mich anschreien und auch ohne hinzusehen, wusste ich, dass es sich um Paul, der sich zurückverwandelt haben musste, handelte.
Jetzt musste ich mir wenigstens nicht mehr seine bescheuerten Gedanken anhören.
„Es tut mir wirklich leid“, entschuldigte ich mich noch einmal und schwang mich auf den Rücken von Nael.
Er und Mila hatten richtig gehandelt, als sie nicht eingegriffen hatten.
Sie wussten, dass ich auch alleine zurechtkommen konnte.
„Paul wird das schon verkraften“, sagte der Anführer.
„Du kannst unsere Gedanken hören?“
Mein Gesagtes war ihnen natürlich nicht entgangen.
„Nein“, log ich.
„Ich kann die Gedanken meiner Geschwister hören; das war ausreichend.“
„Kommt, wir müssen nach Hause“, sagte ich zu Mila und Nael, ohne die beiden Männer oder die anderen Wölfe weiter zu beachten.
Nael setzte sich in Bewegung und ließ das verwirrte und erstaunte Rudel hinter sich.
Wir würden sie noch einige Male sehen; sie mich jedoch kein weiteres Mal mehr.
Wie sich nämlich herausstellte, wohnten wir im Gebiet der Wölfe.
Mitten im Wald, wohin sich kein normaler Mensch so leicht verirren würde.
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Der kühle Wind peitsche gegen mein Gesicht und ein unbeschwertes Lachen verließ meinen Mund, während ich mich noch etwas fester in Naels Fell krallte.
Natürlich hätte ich auch einfach neben meinen Geschwistern herlaufen können, aber ich bevorzugte es lieber, auf dem Rücken des großen dunkelbraunen Wolfs zu sitzen.
Auch Mila stimmte in mein Lachen ein.
Zwar klang es eher wie ein Heulen, aber ich wusste es besser.
Sie war ein kleinerer Wolf als Nael, dafür aber um einiges schneller und geschickter.
Der Wolf unter mir beschleunigte sein Tempo etwas.
So wie auch wir beiden Mädchen wollte er so schnell wie möglich zu unserem neuen Zuhause.
Habt ihr das gehört?
Klang wie ein Wolf und das Lachen eines Mädchens.
Gedanken, die weder Mila noch Nael gehörten, ertönten in meinem Kopf.
Nur eine Millisekunde später konnte ich hören, wie sich uns jemand näherte.
Wölfe; aber das würde die fremden Gedanken nicht erklären.
Also mussten es sich um Gestaltenwandler handeln.
„Halt an, Nael!“, rief ich.
Sofort blieb er stehen und mich hätte es fast vorne über geschlagen.
Auch Mila blieb stehen und sah mich verwirrt an.
?Was ist los, Thalia, fragte sie mich in Gedanken.
Aus ihren Gedanken konnte ich zwar entnehmen, dass sie bemerkt hatte, dass wir hier nicht alleine waren, aber sie wusste nicht, ob sie uns gefährlich werden konnten.
Ich auch nicht, aber das würden wir gleich herausfinden.
Nael unter mir wurde unruhig und stellte mir dieselbe Frage wie Mila.
„Das werden wir gleich sehen“, sagte ich nur und sah gerade aus nach vorne.
Im gleichen Moment kam ein riesiger schwarzer Wolf hinter zwei Bäumen hervor.
Er war sogar größer als Nael und dieser kam mir schon unheimlich groß vor. Links und rechts von uns kamen noch einmal zwei Wölfe zum Vorschein und hinter uns noch zwei weitere.
Wir waren eingekreist.
Ganz und gar nicht gut.
Nael knurrte den schwarzen Wolf an, aber das bekam ich nur am Rande mit.
Wie ein Donner rollten alle Gedanken der fünf Wölfe auf mich ein.
Ich drückte die Handflächen gegen meine Ohren (was völlig sinnlos war) und schrie auf.
Für eine Sekunde war es vollkommen still in meinem Kopf.
Thalia …, kam es zeitgleich besorgt von Nael und Mila.
Der schwarze Wolf legte kaum merklich den großen Kopf schief und fixierte mich genau mit seinen dunklen, fast schwarzen Augen.
Vorsichtig nahm ich die Hände wieder von meinen Ohren, sprang in einer eleganten Bewegung vom Rücken meines Bruders, landete ebenso elegant und stellte mich vor ihn, sodass ich dem schwarzen Wolf gegenüber stand.
Ich war froh, dass zwischen ihm und mir geschätzte fünf Meter lagen.
Flüchtig warf ich einen Blick auf die anderen Wölfe und musste feststellen, dass ich hier wohl dem Alpha dieses Rudels gegenüber stand.
Er strahlte einfach dieses Gefühl von Macht und Autorität aus.
„Ich wäre euch dankbar, wenn einer oder zwei von euch sich zurückverwandeln könnten.“, sagte ich, bemüht ruhig zu klingen.
Das letzte Mal, dass ich so viele Gedanken gleichzeitig in meinem Kopf hatte, war vor knapp 20 Jahren gewesen.
Ein, zwei oder sogar drei Stimmen in meinem Kopf gingen ja noch, aber fünf und mit meinen Geschwistern sieben war zu viel des Guten.
Der Anführer nickte und drehte mir den Rücken zu und verschwand hinter einem Gebüsch.
Jacob, du verwandelst dich auch zurück, befahl der Anführer in Gedanken.
Ein rostbrauner Wolf verschwand ebenfalls hinter einem Gebüsch.
Können wir ihnen vertrauen?
„Sie werden uns nichts tun, Nael“, beantworte ich die stumme Frage meines Bruders und tätschelte seinen Kopf mit meiner kleinen Hand.
Meine Aufmerksamkeit galt wieder den Fremden, als zwei gutgebaute junge Männer dort hervorkamen, wo vor kurzem noch die zwei Wölfe verschwunden waren.
Gott sei dank, sie trugen wenigstens Shorts.
„Wir wollten dich nicht erschrecken“, sagte der Ältere von den beiden mit tiefer Stimme als würde er mit einem Kind sprechen.
Innerlich schüttelte ich den Kopf; als könnten mich ein paar große Wölfe erschrecken.
Da benötigte es schon etwas mehr!
Die Art wie er mit mir sprach, gefiel mir aber nicht sonderlich, aber darüber würde ich mich später aufregen können.
„Das habt ihr nicht. Ist das euer Gebiet hier?“, wollte ich wissen. Beide Männer sahen mich verwundert an.
Natürlich; immerhin kam es nicht oft vor, dass eine scheinbar 12-Jährige so etwas von sich gab, vor allem in einem solch ernstem Ton.
„Ja, bis zum Fluss ist das unser Gebiet. Wer seid ihr? Wir hätten nicht gedacht, dass es außer uns noch andere Gestaltenwandler gibt“, antworte er.
„Es gibt noch viele andere“, meinte ich.
„Müssen wir das unbedingt hier klären? Meine Geschwister und ich sind nur auf dem Weg zu unserem neuen Zuhause. Und wir hatten eigentlich nicht vor, uns gleich Schwierigkeiten einzuhandeln.“
„Wer spricht denn hier von Schwierigkeiten?“, kam es von dem anderem.
Jacob, wenn ich mich richtig erinnerte.
„Jacob hat Recht, wir haben nicht vor, euch etwas zu tun. Ihr könnt weiterziehen; wir werden euch nicht aufhalten.“
Ich sah in Jacobs Augen die Neugier.
Bestimmt hätte er tatsächlich gerne mehr über uns erfahren.
Das würde er vielleicht noch, später irgendwann.
Auch der Alpha schien neugierig zu sein.
„Danke, es war nett eure Bekanntschaft zu machen", sagte ich schlicht.
Na endlich, die Kleine verschwindet endlich!
Ruckartig, sodass keine Antwort von den beiden möglich war, drehte ich mich in die Richtung, aus der der Gedanke gekommen war und blickte einem dunkelgrauen, silberschimmernden Wolf ins Gesicht.
Das hatte er jetzt doch nicht tatsächlich gedacht!?
Was hat die denn auf einmal?, war sein nächster Gedanke.
Blanker Spott lag in seiner Stimme.
„Halt dich mit deinen Gedanken zurück, du Hund! Du kannst von Glück sprechen, dass ich auf keinen Ärger aus bin, sonst würdest du binnen Sekunden weinend zu deiner Mama rennen.“
Der Wolf vor mir bleckte bedrohlich die Zähne (Hallo? Ein Kind stand gerade vor ihm. So was machte man nun dann wirklich nicht) und knurrte mich an.
„Paul!“ Das war Jacob.
Aber er reagierte nicht, sondern schien nur noch wütender zu werden.
„Na, komm schon, Kleiner!“, forderte ich ihn mit einem Grinsen auf.
Nein, Paul, lass das.
Verdammt noch mal, das ist ein kleines Mädchen!, hörte ich die anderen denken.
Sie hat zu mir Kleiner gesagt!, war seine einzige, nicht gerade intelligente Antwort.
Dann sprang er auch mich zu.
Zwei Wölfe stellten sich ihm in den Weg, aber ich schmiss sie mit einer einfachen Bewegung an den nächst besten Baum.
Hoffentlich hatten sie sich nicht allzusehr weh getan.
Diesem Paul würde ich jedoch weh tun.
Er wagte einen weiteren Versuch.
Und während er im Sprung in der Luft war, huschte ich unter ihm hindurch, packte ihn an der Hinterpfote und schleuderte ihn ebenfalls an einen der Bäume, sodass dieser aus den Wurzeln gerissen wurde.
Ich hörte etwas knacken und roch dann Blut.
Das Blut von Gestaltenwandler lockte mich zum Glück nicht ein bisschen, worüber ich manchmal mehr als froh war.
Paul lag mit schlaffem Körper auf dem Boden und versuchte sich erfolglos aufzurappeln.
Die anderen zwei Wölfe standen bereits wieder auf allen vier Pfoten.
„Es tut mit leid.“
Ich drehte mich schuldbewusst zu den zwei Männern, die mich mit großen Augen ansahen.
„Warum warst du nicht verwandelt, obwohl du auch ein Gestaltenwandler bist?“, fragte Jacob.
Weil ich keiner bin.
Aber natürlich sagte ich das nicht.
„Ich hatte keine Lust“, sagte ich schulterzuckend.
„Menschsein ist besser.“
„Verdammt, du bist doch bescheuert, kleines Mistviech“, hörte ich eine Stimme hinter mir mich anschreien und auch ohne hinzusehen, wusste ich, dass es sich um Paul, der sich zurückverwandelt haben musste, handelte.
Jetzt musste ich mir wenigstens nicht mehr seine bescheuerten Gedanken anhören.
„Es tut mir wirklich leid“, entschuldigte ich mich noch einmal und schwang mich auf den Rücken von Nael.
Er und Mila hatten richtig gehandelt, als sie nicht eingegriffen hatten.
Sie wussten, dass ich auch alleine zurechtkommen konnte.
„Paul wird das schon verkraften“, sagte der Anführer.
„Du kannst unsere Gedanken hören?“
Mein Gesagtes war ihnen natürlich nicht entgangen.
„Nein“, log ich.
„Ich kann die Gedanken meiner Geschwister hören; das war ausreichend.“
„Kommt, wir müssen nach Hause“, sagte ich zu Mila und Nael, ohne die beiden Männer oder die anderen Wölfe weiter zu beachten.
Nael setzte sich in Bewegung und ließ das verwirrte und erstaunte Rudel hinter sich.
Wir würden sie noch einige Male sehen; sie mich jedoch kein weiteres Mal mehr.
Wie sich nämlich herausstellte, wohnten wir im Gebiet der Wölfe.
Mitten im Wald, wohin sich kein normaler Mensch so leicht verirren würde.